11. Mai > Wirtschaft, Handel und Finanzen > Roland Pecha

Text von Roland Pecha

Die auswärtige Konkurrenz schläft nicht, der Online-Handel boomt. Was tun Sie, um den EInkaufsstandort Laupheim zu stärken?

Shoppen in Laupheim muss Spaß machen und zum Bummeln motivieren. Hierzu müssen wir die Innenstadt attraktiver gestalten. Dafür sehe ich ein großes Potenzial bei der Neugestaltung des Rathauses mit Marktplatz sowie der Mittelstraße. Um die Attraktivität zu erhöhen, ist es wichtig, ein Wohlfühlambiente zu schaffen mit mehr verkehrsberuhigten Zonen, Cafés, Treffmöglichkeiten, vielfältiger Gastronomie und interessanten Shops. Eine unbedingte Voraussetzung sind hierzu gute Parkmöglichkeiten mit kurzen Wegen in den Einkaufsbereich, aber auch die Möglichkeit, den Bereich verkehrstechnisch gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Aufgabe ist es, das Interesse an Laupheim zu erhöhen, auch für auswärtige Besucher, zum Beispiel durch besondere Veranstaltungen wie unter anderem den Carl-Laemmle-Preis.

Nicht nur Grundstücke für Häuslebauer, sondern auch für Gewerbeflächen sind am Standort Laupheim zuletzt knapp geworden. Wie beziehungswiese wo wollen Sie Betrieben künftig Ansiedlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten?

Laupheim wächst zu schnell? Ja, aber dies ist ein Luxusproblem, das wir lösen müssen und können. Wir benötigen kreative Pläne und intelligente Konzepte, um begrenzte Flächenressourcen sinnvoll und effektiv zu nutzen. Möglichkeiten wären: zeitnahe Ausarbeitung eines Bebauungsplans mit konsequenter Nutzung von „weißen Flecken“, Förderung von Aussiedlung von Firmen vom Kernbereich in bestehende oder neu zu erschließende Industriegebiete, Nutzung der frei werdenden Flächen für interessanten Wohnungsbau, Förderung von effizienter Flächennutzung im Gewerbebereich, Ansiedelung von Firmen nahe der B30, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Wohnraum und Arbeitsraum sind eine unabdingbare Voraussetzung für eine prosperierende Stadt - gehen wir es schnellstmöglich an.

Die Stadt Laupheim hat zurzeit viel Geld in Reserve, allerdings auch viele kostspielige Projekte am Laufen und in Vorbereitung. Zudem verlangt die neue Haushaltsführung (Doppik), dass jedes Jahr auch die Abschreibungen erwirtschaftet werden müssen. Sollte es finanziell "eng" werden für die Stadt, wo würden Sie zuerst den Rotstift ansetzen?

Sich erst Gedanken über Einsparungen zu machen, wenn es finanziell eng wird, wäre auf jeden Fall zu kurzfristig gedacht. Mit großer Sicherheit wird die derzeit extrem gute Wirtschaftslage so nicht anhalten und die Steuereinnahmen werden sinken. Für die Zukunft wird es deshalb unabdingbar sein, nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die Folgekosten sehr genau zu ermitteln. Wir müssen klare Prioritäten setzen: 1. Gesetzlich notwendig, 2.Dringend erforderlich, 3. Für Weiterentwicklung sinnvoll und 4. Nice to have. Entscheidungen über Investitionen müssen deshalb auch nach kaufmännischen Prinzipien bedacht werden. Diese Aufgaben sind bereits im Planungsstadium zu erfüllen - so bleibt uns (hoffentlich) erspart, dann ein geplantes Vorhaben stoppen zu müssen.

© Schwäbische Zeitung, Ausgabe Laupheim vom 11.5.2019

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