22. Mai > Bildung, Ehrenamt. Soziales und Kultur > Diana Seichter-Mäckle

Text von Diana Seichter-Mäckle

Wo sehen Sie im Bereich der Kinderbetreuung und Schulentwicklung in den nächsten Jahren den größten Handlungsbedarf?

Kinder sind unsere Zukunft. Die wichtigsten Aufgaben sind gute Kinderbetreuung und früher Zugang zu Bildung für alle Kinder. Bei steigender Einwohnerzahl benötigen wir bedarfsgerechte Betreuung - auch in der Ferienzeit -, verlässliche Betreuungszeiten, ausreichendes geschultes Personal, einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, Aufwertung des Berufsfelds Kinderbetreuung und attraktivere Arbeitsbedingungen. Gute Betreuung und Bildungszugang setzen sich in der Schule fort. Wir brauchen innovativen, praxisnahen Unterricht unter Einsatz moderner Medien, Optimierung des Schüler-Lehrer-Schlüssels, ganztägige Betreuung, verlässliche Grundschulen, Hausaufgabenunterstützung, schulische Sportangebote und ausreichende Sporthallen und -plätze. Laupheim ist auf einem guten Weg!


Ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern wird zurecht ein hoher Stellenwert für das „Funktionieren“ der Stadtgesellschaft beigemessen. wie wollen Sie das Ehrenamt in Zukunft fördern?

Da es immer schwerer wird, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, kann jedem Ehrenamtlichen und unseren über 200 Vereinen nicht genug Dank für ihre tolle Arbeit ausgesprochen werden. Trotz bestehender Ehrenamtsordnung der Stadt bedarf es neuer Anreize. Denkbar sind mehr aktive Werbung, Einführung einer Ehrenamtskarte, finanzielle Vergünstigungen sowie verstärkte Förderung durch Wirtschaft, Unternehmen, Geldinstitute. Funktionierendes Ehrenamt ist eine positive Werbung für Laupheim. Daher muss eine Unterstützung der Stadt selbstverständlich sein, wie durch die Zurverfügungstellung von städtischen Räumlichkeiten, Hallen, Plätze und Bäder. Aber auch finanzielle Zuwendungen oder Erleichterungen. Eine Überarbeitung der Vereinsförderrichtlinien ist überfällig.


Wie hat Laupheim aus Ihrer Sicht den Zuzug von Flüchtlingen seit 2015 bewältigt und welche Aufgaben stehen in diesem Bereich jetzt an?

Die Aufnahme von ca. 200 Flüchtlingen war eine große Herausforderung. Doch die Stadt Laupheim hat dies zusammen mit Landratsamt Biberach, Kirchen, Vereinen, Firmen und vielen engagierten Ehrenamtlichen hervorragend gelöst. Inzwischen ist ein Großteil der Flüchtlinge im „Käppele“ und vorübergehend in GWO-Gebäuden in der R.-Wagner-Straße, in der Kernstadt und Teilorten untergebracht. Sie werden täglich durch haupt- und ehrenamtliche Kräfte betreut und unterstützt, z.B. bei Arztbesuchen, Behördengängen, Sprachkursen, Arbeitsplatzsuche, Aufnahme der Kinder in Kitas und Schulen. Eine große Herausforderung wird die Suche nach dauerhaftem Wohnraum sein. Da von einer gelungenen Integration alle profitieren, müssen wir diese Anstrengungen fortsetzen und den Menschen eine Perspektive bieten.


Das Kulturangebot in Laupheim ist vielfältig. Was kommt aus Ihrer Sicht zu kurz, wo sollte die Stadt aktiv werden?

Laupheim ist eine blühende, innovative Stadt mit hohem Kultur- und Freizeitwert. Danke an unsere Vereine und die Stadt, die mit kreativen Ideen das Kulturangebot bereichern. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil und muss deshalb in jeder Hinsicht gefördert werden, auch in den Teilorten. Es wurden wichtige Impulse gesetzt. Mit dem zentrumsnahen Standortwechsel der Stadtbücherei kann das Angebot z.B. mit neuen Medien erweitert werden. Für die über die Stadt verstreute Volkshochschule ergeben sich in der sanierten Bürgerpost bessere Bildungs- und Freizeitangebote. Die Musikschule sucht zusätzliche Räume und muss saniert werden. Die Ausstellung im Museum wird weiterentwickelt, ein kommunales Kino soll geschaffen werden. Für die Jugend bietet sich ein neues, attraktives Jugendhaus an.

© Schwäbische Zeitung, Ausgabe Laupheim vom 22.5.2019

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