4. Mai: Bauen, Infrastruktur und Umwelt > Dr. Christian Biffar

Text von Dr. Christian Biffar

1. Viele Menschen träumen trotz rarer Bauplätze vom Eigenheim, andere können sich kaum eine Mietwohnung leisten. Welche Schwerpunkte wollen Sie im Bereich Bauen und Wohnen setzen?
Innenstadtverdichtung und neue Baugebiete für Innenstadt und Ortsteile sind geprüft und priorisiert. Wir müssen nur umsetzen! Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Häuslebau, Geschosswohnbau mit Eigentums- und Mietwohnungen hat Priorität. Wir brauchen bezahlbaren, bedarfsgerechten Wohnraum für Familien, Arbeitnehmer und Senioren. Wir müssen die verlässliche Kooperation mit Investoren und örtlichen Bauträgern wieder stärken.

Es braucht klare Vorgaben. Fehlende Bebauungspläne müssen erstellt, alte zeitgemäß überarbeitet und modernisiert werden, Eine Gestaltungssatzung tut Not. Mit klaren Richtlinien planen Bauwillige orientiert und die Verwaltung entscheidet sicher und schnell. Gewachsene historische Strukturen müssen erhalten werden. Eingebunden in ein zukunftsfähig strukturiertes Gesamtkonzept auch im Sprung über die B30.

2. Ein vom GR beauftragtes Fachbüro ist dabei ein Verkehrskonzept für Laupheim zu entwickeln. Auf was muss Ihres Erachtens beim Thema Mobilität künftig besonders geachtet werden? Was möchten sie unbedingt umgesetzt sehen?

14 000 Pendler täglich in Laupheim. Wir müssen sie aus der Innenstadt lenken! Dafür müssen die Tangenten und die vierte Auffahrt B 30 kommen. Ein attraktiver ÖPNV muss so getaktet werden, dass die sorgenfreie Nutzung für Pendler und Schüler bequemer und leichter wird als die Fahrt mit dem eigenen Kfz. Dazu ein sicheres, umspannendes Radwegenetz mit gesicherten Fahrradstellplätzen am Bahnhof für die Kurzstrecke in der Stadt.

Zentrales Parken muss dann kein Traum bleiben. Mit einem neuen Rathaus und dem fertigen Ideenwettbewerb Innenstadt ist die Umsetzung sogar verkehrsberuhigt möglich. Friseurbesuch, Ämtergang und Arztbesuch müssen in einem Zug möglich sein - auch ohne Strafzettel! Wir brauchen visionäre Lösungen, aber wir dürfen die Wirklichkeit nicht vergessen. Lösen müssen wir die Probleme der Gegenwart. Bürger wie Gewerbetreibende müssen dabei mit ins Boot.

3. Landauf landab demonstrieren Schüler für mehr Klimaschutz. Was wollen Sie im Zuge Ihrer kommunalpolitischen Arbeit in Laupheim tun, um den Klima- und Umweltschutz zu stärken?

Laupheim ist Öko! Aber zur Entlastung der Ökobilanz brauchen wir die Nahversorgungszentren in den Ortsteilen Osu/Usu und der neuen Ortsmitte Baustetten. Die Verkehrsberuhigung und der Umwelteffekt werden spürbar sein. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen im ÖPNV und im städtischen Fuhrpark muss geprüft und gefördert werden. Bebauungspläne für Industrie und Wohnbau sollen ökologisch geschärft werden.

Dachbegrünung, kontrollierte Versiegelungsflächen, Baumpatenschaften, Einfriedungen mit Laubhecken statt Zäunen bieten Singvögeln Schutz und Nistplätze, Ausgleichsflächen mit geschlossenen Biotopen renaturieren, damit die Natur wieder atmen kann. Grünflächen restrukturieren, um heimischen Pflanzen, Insekten und Artenvielfalt wieder Lebensraum zu bieten. Dazu gehört auch die konsequente Vergrämung der Krähen in ihr natürliches Habitat außerhalb der Stadtrandgebiete.

© Schwäbische Zeitung, Ausgabe Laupheim vom 22.5.2019

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