Gleich zwei Kreisräte kommen aus Bihlafingen - 28.5.19

OB Gerold Rechle ist Stimmenkönig im Wahlkreis Stadt Laupheim, für Erwin Graf reicht es nicht

Sonntagabend, 18 Uhr: Die letzten Wahlurnen werden geleert, die Auszählung der Stimmen zur Europa- und Kommunalwahl beginnt. Foto: Axel Pries

Von Roland Ray

Laupheim - Oberbürgermeister Gerold Rechle ist der unangefochtene Stimmenkönig bei der Kreistagswahl im Wahlkreis III Stadt Laupheim. 15 Monate nach seinem Amtsantritt als OB zieht er nun für die Freie Wählervereinigung (FWV) in den Biberacher Kreistag ein. Sechs Mandate hat der Wahlkreis III in diesem Gremium fix, je zwei gingen bei der Kommunalwahl am Sonntag an die FWV und die CDU, je eines an die Bündnis-Grünen und die SPD.

„Der richtige Weg“

Auf Rechle entfielen laut vorläufigem Ergebnis 7344 Stimmen, das sind 14,4 Prozent aller gültigen Stimmen. Lange hatte er gezögert, zur Kreiswahl anzutreten, wollte als OB unbedingt politisch in jedweder Hinsicht neutral bleiben. Dann entschloss er sich, auf der Liste der Freien Wähler zu kandidieren. „Das war der richtige Weg“, sagte er am Montag der SZ, „weil sich vieles auf Kreisebene abspielt. Da muss man als OB dabei sein, um Gutes für die eigene Stadt bewirken zu können.“ Das werde ihm Verpflichtung sein.

Das zweite Mandat für die FWV errang Peter Fritzenschaft (2421 Stimmen) aus Bihlafingen, Vorsitzender des Stadtverbands Laupheim der Freien Wähler, auch er ein Neuling im Kreistag. Das Nachsehen hat der bisherige Laupheimer FWV-Kreisrat Erwin Graf. Rudolf Pretzel aus Obersulmetingen hatte nicht mehr kandidiert.

Der kleinste Laupheimer Teilort Bihlafingen (rund 860 Einwohner) ist im neuen Kreistag prominent vertreten, denn außer Peter Fritzenschaft wurde auch die Ortsvorsteherin Rita Stetter, für die CDU angetreten, erstmals in dieses Gremium gewählt. Sie bekam 1875 Stimmen. Der zweite Sitz für die CDU fiel an Clemens Graf Leutrum (2774 Stimmen); er hatte den Wiedereinzug in den Kreistag 2014 verpasst, war dann aber im März 2018 für den ausscheidenden Franz Romer nachgerückt. Burkhard Volkholz, erst im Februar als Nachfolger von Ex-OB Rainer Kapellen als Kreisrat verpflichtet, muss sich schon wieder aus diesem Gremium verabschieden.

Das zweitbeste Ergebnis im Wahlkreis Stadt Laupheim holte Anja Reinalter (3622 Stimmen). Sie kandidierte dieses Mal für Bündnis 90/Die Grünen; 2014 war sie auf der Liste „Frauen in den Kreistag“ erstmals ins Biberacher Gremium gewählt worden. Nicht mehr gereicht hat es für Frieder Mauch, 2015 für den verstorbenen Johann Späh nachgerückt.

Ihr Mandat behauptet hat die Sozialdemokratin Martina Miller (2235 Stimmen). Sie ist seit dem Jahr 2000 dabei und im künftigen Kreistag das dienstälteste Mitglied aus Laupheim.

Insgesamt hat die CDU im Wahlkreis Stadt Laupheim gegenüber 2014 deutlich an Stimmen verloren: Die Christdemokraten sackten von 39,2 auf 25,6 Prozent. Ebenfalls rückläufig das Resultat der SPD: Sie erreichte 8,4 Prozent (12,1 %). Die Freie Wählervereinigung steigerte sich - vor allem dank des Rechle-Schubs - von 25,3 auf 34 Prozent. Auch die Grünen legten kräftig zu, von 8,2 Prozent im Jahr 2014 auf nunmehr 19,8 Prozent. Die Liste „Frauen in den Kreistag“ bekam 6,7 Prozent, die ÖDP 3,1 Prozent, die FDP 2,4 Prozent.

Die Wahlbeteiligung steigerte sich um rund 6,4 auf 53,4 Prozent.

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