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Immer für die Menschen da - 30.3.15

Franz Romer, 40 Jahre Ortsvorsteher von Untersulmetingen, erhält das Bundesverdienstkreuz

Von Roland Ray

Untersulmetingen - Seit 40 Jahren ist der ehemalige Bundestagsabgeordnete Franz Romer ehrenamtlicher Ortsvorsteher von Untersulmetingen, ebenso lange Mitglied im Ortschaftsrat und im Laupheimer Gemeinderat. Am Sonntag hat er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht bekommen, "in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste", wie es in der von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichneten Urkunde heißt.

"Franz Romer ist immer für die Menschen da", sagte Landrat Heiko Schmid in seiner Laudatio. "Er war und ist ein fleißiger, engagierter Politiker mit Herzblut und Sachverstand, der es versteht, seine Ziele mit der notwendigen Hartnäckigkeit umzusetzen." Nie habe er die Bodenhaftung verloren und sei stets präsent.

Vor hunderten Gästen in der Mehrzweckhalle zeichnete Schmid den Werdegang des 73-Jährigen nach, der mit seiner Mutter und seinem Bruder auf einem kleinen Hof aufwuchs; der Vater war im Krieg geblieben. Nach der Ausbildung zum Industriemechaniker arbeitete Romer bei der Firma Lindenmaier und war von 1981 bis 1998 Betriebsratsvorsitzender. 1975 trat er in die CDU ein und engagierte sich zunächst auf kommunaler Ebene. Von 1990 bis 1994 und von 1996 bis 2009 vertrat er den Wahlkreis Biberach im Deutschen Bundestag.

Als Ortsvorsteher habe Romer die Entwicklung von Untersulmetingen maßgeblich vorangetrieben, sagte Schmid. Er habe den Ausbau der öffentlichen Einrichtungen und die Ausweisung von Baugebieten und Gewerbeflächen forciert. "So erklärt sich auch die Verdoppelung der Einwohnerzahl seit 1975 auf derzeit nahezu 2000. Ebenso positiv haben sich die Arbeitsplatzzahlen entwickelt.

Tatkraft und Fürsprache
Tatkraft und Durchhaltevermögen beweise der "Fra" auch als Stadtrat, betonte Schmid. Den Blick fürs "kommunale Ganze" runde das Engagement im Biberacher Kreistag.

Im Bundestag saß Romer im Ausschuss für Arbeit und Soziales und im Petitionsausschuss. Er war einer der wenigen im Parlament aus dem Arbeiterstand und habe mit dafür gesorgt, dass Gesetze verständlich und praktikabel formuliert wurden.

"Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für andere einsetzen und Verantwortung in ihrem Umfeld übernehmen", würdigte der Erste Beigeordnete Gerold Rechle die Lebensleistung des Geehrten. Romer habe seine gewichtige, gut trainierte Fußballer-Stimme auch vielfach erhoben, um denen Gehör zu verschaffen, die selber keine so laute Stimme haben; als Fürsprecher für die sozialen Belange kleiner Leute, "bei Bedarf bis nach Berlin".

Der Musikverein "Rißtaler" und der Gesangverein "Concordia" Untersulmetingen gestalteten den Festakt musikalisch. Franz Romer trug sich ins Goldene Buch der Stadt Laupheim ein. Er zeigte sich "überwältigt, dass man so ein Fest feiert", und dankte allen, die ihn auf seinem Weg begleiten, ganz besonders seiner Frau Paula.

"Helfen und anderen eine Freude machen", das sei stets sein Motto gewesen, sagte Romer und erzählte zwei, drei Episoden, was dies in der Praxis bedeutet. Wie er sich dafür einsetzte, dass eine Flüchtlingsfamilie, die Kirchenasyl erhalten hatte, bleiben durfte; und wie er dem Chef einer Leiharbeitsfirma zusetzte, der einer Garderobenfrau im Bundestag kündigen wollte: "Ich habe ihm mit einer Großen Anfrage im Parlament gedroht, wie hier mit dem Personal umgesprungen wird." Die Frau behielt ihren Job.

Solange es seine Gesundheit erlaubt, will Romer als Ortsvorsteher und Kommunalpolitiker weitermachen. Sein Wunsch, auf die Stadtpolitik gemünzt: "dass die Gemeinsamkeit wieder stärker in den Vordergrund gestellt wird".

Landrat Heiko Schmid hat Franzer Romer das Bundesverdienstkreuz ans Revers geheftet. Foto: Roland Ray

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Ausgabe Laupheim vom 30.03.2015