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"Das ist ein klares Ja für Angie" - 23.9.13

Fraktionschefs, Vorsitzende der Parteien und junge Leute sagen, was der vorläufige Wahlausgang für Laupheim bedeutet

Von Agathe Markiewicz

Laupheim - „Rien ne va plus“ – nichts geht mehr: Die Bundestagswahl ist vorbei, das Ergebnis steht fest. Was der vorläufige Ausgang am Sonntag (Stand 20.30 Uhr) auf Bundesebene, aber auch für den Wahlkreis Biberach bedeutet, dazu nahmen Fraktionschefs und Vorsitzenden der Parteien Stellung. Zudem kommen zwei Erstwähler des Laupheimer Stadtjugendrings zu Wort.

„Bisher ist das Ergebnis sensationell“, sagt Burkhard Volkholz, Fraktionschef der CDU in Laupheim. „Wir haben sogar die Chance, die absolute Mehrheit zu erreichen. Das wäre historisch.“ Die Bundeskanzlerin Angela Merkel komme beim Volk gut an. Das gleiche gelte für Josef Rief, den CDU-Kandidaten für den Wahlkreis Biberach. „Das bisherige Ergebnis zeigt, dass er akzeptiert wird“, findet Volkholz. „Er ist ja auch bienenfleißig, das kommt bei den Leuten an. Wir können rundum zufrieden und glücklich sein.“ Was mit der FDP passiere, sei allerdings ein Desaster. „Für die Demokratie wäre es schade, wenn die FDP nicht mehr dabei wäre.“

Brigitte Bailer, Vorsitzende der SPD in Laupheim, ist frustriert über das hohe Ergebnis der CDU: „Momentan ist zwar noch alles offen, aber ich finde es schade, dass die CDU wieder Punkte dazubekommen hat. Sie hat die Stimmen der FDP eingesammelt. Das Land braucht eine soziale Regierung. Schade, dass die Wähler nicht erkannt haben, dass das nur mit der SPD möglich ist.“ Sie habe kaum noch Hoffnung, dass das Ziel, eine rot-grüne Regierung zu erreichen, möglich sei. Für den Landkreis freue sie sich, dass Martin Gerster ein gutes Ergebnis eingefahren habe. „Wir sind positiv gestimmt und wissen, dass er auch weiterhin für seinen Landkreis kämpfen wird.“

„Heute ist ein schwerer Tag für die FDP“, sagt Oliver Lukner, Kreisverbandsvorsitzender der FDP. „Es ist ein Desaster.“ Kurz nach 20 Uhr sieht es so aus, als hätte die FDP die 5-Prozent-Hürde nicht geschafft. „Das ist kein gutes Ergebnis“, findet Lukner. „Aber wir hoffen noch auf die Briefwähler oder auf ein Wunder.“ Momentan bleibe ihm nur, den enttäuschten Kandidaten und Wahlhelfern Trost zuzusprechen.

Für Werner Lehmann, Vorsitzender der Freien Wähler in Laupheim, ist der eindeutige Trend auf der Leistung der Regierung begründet. „Speziell der Kanzlerin hat die Union ihren Gewinn zu verdanken“, sagt er. „Doch auch die SPD hat dazugewonnen.“ Allerdings nicht in dem Maße, indem sie es sich gewünscht hätte. „Vielleicht sollten wir uns eine große Koalition wünschen.“ Verwundert ist Lehmann darüber, dass die FDP so schwächle. „Wogegen die AfD so stark ist, dass es einem Angst werden kann.“ Dass die Freie-Wähler-Partei keine Rolle spielen würde, sei ihm von vornherein klar gewesen. „Unser Ziel im Landesverband war nie, in den Bundestag zu kommen“, erklärt Lehmann. „Wir sind nur auf kommunaler Ebene aktiv.“ Mit Rief und Gerster ist er zufrieden. „Sie sind mir beide sympathisch.“

„Ich finde es schade, dass die SPD so viel verloren hat“, sagt Erstwähler Tim Schwenk vom Stadtjugendring Laupheim. „Sie hätte mehr verdient.“ Dennoch gratuliert er der CDU, da es ein eindeutiger Zuspruch für die Partei sei. „Dennoch hätte ich mir für die Grünen mehr Prozent gewünscht“, sagt der 19-Jährige. Kein Bedauern hat er für die FDP. „Sie sind selbst Schuld“, findet Tim. „Sie sind forsch und schreien rum, aber es kommt nichts rüber.“ Schlimm dagegen findet der Laupheimer, dass die Linke am frühen Sonntagabend noch die drittstärkste Partei war. „Wer wählt sie?“, fragt er sich.

Dem stimmt sein Kollege vom Stadtjugendring und ebenfalls Erstwähler Jannis Kern zu. „Erschreckend, dass die Linke so viel Zuspruch bekommt. Beim SZ-Forum hat mich Heidenreich enttäuscht. Was von ihm kam, war schwach, auch die äußerliche Erscheinung.“ Schade findet es der 20-Jährige, dass die FDP es wohl nicht mehr schafft. „Das hätte ich nicht erwartet“, sagt er. „Aber ich bin auch überrascht, dass die SPD so wenig gewonnen hat.“ Mit dem restlichen Ergebnis ist Jannis zufrieden. Es sei stark, dass die CDU so viel Zuspruch bekommen hat. „Das ist ein klares Ja für Angie. Es werden bestimmt gute vier Jahre werden.“


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Ausgabe Laupheim vom 23.9.2013